Manchmal

Manchmal passiert es, dass einem etwas genommen wird, das sowohl dem Herzschlag in seiner Notwendigkeit als auch dem Glänzen der Augen in dessen Einzigartigkeit gleichkommt. Die Bedeutung dieser fortan fehlenden Dinge zeigt sich in allem, was wir tun – so motivieren sie einen zum Beispiel jeden morgen aufs Neue, aufzustehen und der schwarzen Kälte jenseits der Fensterscheiben im unerbittlichen Regen zu trotzen. Sie lassen immer irgendwo die Sonne scheinen, ein Lichtlein wirken, das sagt “hey, da ist ein Grund, weiterzumachen”. Und wenn dieses Licht erlischt, dann wird es dunkel um einen herum und kalt. Nicht selten handelt es sich bei diesen Dingen um Menschen und dann sieht die Welt so so anders aus…

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Der heiße Kaffee, der jetzt an Stelle deiner das morgendlich Aufstehen ermöglichen und die Stimmung künstlich heben soll, schmeckt wie abgestandenes Wasser und fühlt sich zäh an, so wie auch der ersehnte Effekt nur zäh Wirkung zeigt.

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Auch das heiße Duschen vermag es nicht, die starren Gefühlsskultpuren aufzutauen und ihnen erneut Bewegung möglich zu machen.

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Das Fernsehprogramm ist stumpfsinnig und inhaltslos.

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Die Sonne scheint kalt und spöttisch hell auf einen herab.

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Der Regen weint dir nach.

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Das Laub, das von den Bäumen fällt ist braun, nicht bunt. Es begräbt den Sommer und jegliche Restwärme unter sich.

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Der Geruch des Windes erinnert an Schnee, erinnert an schwarz-weißes Warten auf den heiligen Abend – ein vermeindlicher Lichtblick, dessen Quelle sich jedoch bald als enttäuschend triste Mischung aus immer den gleichen Tannenbaumkerzen und Lichterketten entpuppt.

Das Warten bin ich satt.

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Ein Regenbogen besitzt bloß zwei Farben – blutrot und deine Lieblingsfarbe.

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Das Vogelgezwitscher verstummt.

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Eine Nacht lang auf einen Blick, ein Lächeln zu warten, erscheint sinnvoller als Schlafen.

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Einen Blick oder ein Lächeln zu bekommen, fühlt sich an wie das Stechen einer Thrombosespritze – wie das Stechen tausender Thrombosespritzen, die der allgemeinen Trägheit entgegenwirken und das Blut flüssig halten, den Herzinfarkt verhindern.

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Ein “Ja” klingt wie “Nein” – ein “Nein” klingt wie “Nein”.

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Die Musik erzählt deine Geschichte – immer wieder.

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Das entspannte Einschlafen ist in Wirklichkeit ein blutiger, verlustreicher Kampf um das Unterbewusstsein. Das Herz ist unschlagbar.

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Die Gedanken trommeln an die Schädeldecke und verursachen Kopfschmerzen

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Der silberne Vollmond wird zum bedrückend bröckeligen Spannbetonpendel der verfallenen Himmelsuhr, der in trostlosem Grau die erbarmugslose Zeit antreibt – der jede Nacht die ferne Sonne ersetzt und zusätzlich zur ohnehin bestehenden Dunkelheit einen tiefschwarzen Kernschatten auf die Welt wirft. Hier steht die Zeit, hier wohnen Träume, hier wohnen Erinnerungen, hier wohnen heimliche Tränen, hier wohnst du als verblassender Kodakmoment.

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Alles in Allem verliert die Welt ihen Glanz und Charme, ihre Drehung und Umlaufbahn und Ausrichtung und Ausrichtung und ihr Licht – Alles in Allem verliert man sich, ein Stück weit.

~ von curon am Oktober 12, 2011.

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