Augen

Müsste ich deine Augen beschreiben, deinen Blicken Namen geben, dann würde ich ein zweiteiliges Buch in Reimform verfassen, welches niemals erscheinen könnte, da es auf der ewigen Suche nach den richtigen Worten in sämtlichen Sprachen dieser Welt für immer bloß ein Entwurf bliebe.
Im ersten Teil würde ich mich an der Farbe versuchen; mich auf’s weite Meer der Buchstaben begeben, um im Ungewissen unbeholfen nach Begriffen wie “nussbrauner Glanz” und “Himmelbraun” zu angeln. Die Beschreibung der Farbe deiner Augen ist eine Herausforderung, da sich in ihnen das Ende des Regenbogens spiegelt. Ja, in deinen Augen liegt ein Schatz aus hunderttausend Farben, die in der Menge das tiefe Braun ergeben, das der ungeübten Beobachter dann schlussendlich sieht. Für mich leuchten deine Augen jedesmal anders, neu und noch schöner als vorher.

Im zweiten Teil würde ich das Leuchten und das Strahlen in deinem Blick beschreiben. Hier treibt mich der “warme Wind des Universums” weiter raus bis auf den Ozean. Die Fülle an zutreffenden Wörtern ist erdrückend und kann doch niemals zufriedenstellend beschreiben, was keiner zu malen je in der Lage wäre: das “sternengleiche” Leuchten, das Funkeln “ähnlich dem Aufblitzen der Sonne im Morgentau” und das geheimnisvolle Schimmern wie das “Flimmern des Mondes” oder etwa das der “melancholisch aufgeregten Polarlichter”.

Deine Augen sprechen Bände, brechen Bänne und verzaubern.

~ von curon am Oktober 17, 2011.

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